Discovery
Kano-Modell
Produktmerkmale nach ihrer Wirkung auf Kundenzufriedenheit einordnen.
- EinsatzphaseDiscovery und Feature-Planung
- ErgebnisKategorisierung von Merkmalen
- BeteiligteProduktmanagement, User Research, Kunden
- ZeitbedarfRichtwert: eine Befragung über zwei bis vier Wochen
Ursprung
Noriaki Kano, Nobuhiko Seraku, Fumio Takahashi und Shin-ichi Tsuji veröffentlichten das Modell 1984 im Journal der Japanese Society for Quality Control. Sie stellten die Annahme infrage, dass mehr Qualität linear zu mehr Zufriedenheit führt, und belegten ihre Theorie mit Befragungen zu Fernsehgeräten und Tischuhren.
So funktioniert das Kano-Modell
Basismerkmale werden vorausgesetzt; ihr Fehlen erzeugt Unzufriedenheit, ihr Vorhandensein begeistert nicht. Leistungsmerkmale wirken linear: je besser, desto zufriedener. Begeisterungsmerkmale werden nicht erwartet und erzeugen überproportionale Freude. Dazu kommen indifferente und ablehnende Merkmale. Ermittelt wird die Kategorie mit einem Fragenpaar je Merkmal: einmal funktional (Merkmal vorhanden), einmal dysfunktional (Merkmal fehlt).
Wann das Kano-Modell sinnvoll ist
Das Modell hilft bei der Frage, welche Merkmale ein Produkt mindestens braucht und wo Differenzierung möglich ist. Es eignet sich für neue Produktversionen, Pakete und Preisstufen. Basismerkmale gehören in jede Version, Begeisterungsmerkmale eignen sich als Unterscheidung zum Wettbewerb.
Typische Fehler
Kategorien sind nicht dauerhaft: Was heute begeistert, wird morgen erwartet. Eine einmalige Befragung veraltet deshalb. Zudem unterscheiden sich Segmente stark. Wer die Ergebnisse aller Befragten mittelt, verdeckt, dass ein Merkmal für eine Gruppe Basis und für eine andere egal sein kann.
Kennzahlen
| Einsatzphase | Discovery und Feature-Planung |
|---|---|
| Ergebnis | Kategorisierung von Merkmalen |
| Beteiligte | Produktmanagement, User Research, Kunden |
| Zeitbedarf | Richtwert: eine Befragung über zwei bis vier Wochen |
| Ursprung | Noriaki Kano u. a. (1984) |
Häufige Fragen
Welche Kategorien kennt das Kano-Modell?
Basis- (Must-be), Leistungs- (One-dimensional) und Begeisterungsmerkmale (Attractive) sowie indifferente und Rückweisungsmerkmale.
Wie viele Befragte braucht eine Kano-Analyse?
Eine feste Zahl gibt die Originalarbeit nicht vor. Entscheidend ist, je Zielsegment genug Antworten zu haben, um die häufigste Kategorie klar zu erkennen.
Ist das Kano-Modell eine Priorisierungsmethode?
Es liefert Input für die Priorisierung, aber keine Rangfolge. Kombiniert mit Aufwandsschätzungen oder RICE entsteht eine Reihenfolge.
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