Priorisierung
MoSCoW-Priorisierung
Anforderungen in Must, Should, Could und Won’t Have teilen, mit Puffer nach DSDM.
- EinsatzphaseRelease- und Sprintplanung bei festem Termin
- ErgebnisVier Prioritätsgruppen mit Aufwandsanteilen
- BeteiligteProduct Owner, Fachbereich, Entwicklung
- ZeitbedarfRichtwert: ein Workshop von zwei bis drei Stunden
Ursprung
MoSCoW wurde von Dai Clegg bei Oracle entwickelt und später in die Dynamic Systems Development Method (DSDM) übernommen, die heute vom Agile Business Consortium gepflegt wird. Die beiden kleinen o dienen nur der Aussprache. DSDM fixiert Zeit und Kosten und lässt den Umfang flexibel; MoSCoW ist das Werkzeug, mit dem dieser flexible Umfang gesteuert wird.
So funktioniert MoSCoW
Must Have sind Anforderungen, ohne die die Lieferung keinen Sinn ergibt, rechtlich nicht zulässig oder unsicher wäre. Should Have sind wichtig, aber nicht kritisch; es gibt einen schmerzhaften, aber gangbaren Umweg. Could Have sind wünschenswert und bilden den Puffer. Won’t Have this time wird für diesen Zeitraum ausdrücklich nicht umgesetzt. Das Agile Business Consortium empfiehlt, höchstens rund 60 Prozent des Aufwands als Must Have einzuplanen und etwa 20 Prozent als Could Have.
Wann MoSCoW sinnvoll ist
MoSCoW passt zu Vorhaben mit festem Liefertermin, etwa einer Messe, einer regulatorischen Frist oder einem Vertragsdatum. Die Methode macht sichtbar, was wegfallen darf, wenn es eng wird, und schafft diese Einigung, bevor der Druck entsteht. Sie lässt sich auf Projekt-, Inkrement- und Timebox-Ebene getrennt anwenden.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler: Fast alles wird zum Must Have. Das Handbuch rät, für jedes vorgeschlagene Must zu fragen, was passiert, wenn es fehlt. Gibt es einen Workaround, auch einen manuellen, ist es kein Must. Ein zweiter Fehler ist, Won’t als „nie“ zu verstehen; gemeint ist „nicht in diesem Zeitraum“. Innerhalb einer Gruppe liefert MoSCoW zudem keine Reihenfolge.
Die wichtigsten Fakten
| Einsatzphase | Release- und Sprintplanung bei festem Termin |
|---|---|
| Ergebnis | Vier Prioritätsgruppen mit Aufwandsanteilen |
| Beteiligte | Product Owner, Fachbereich, Entwicklung |
| Zeitbedarf | Richtwert: ein Workshop von zwei bis drei Stunden |
| Ursprung | Dai Clegg (Oracle), DSDM |
Häufige Fragen
Wofür steht MoSCoW?
Für Must Have, Should Have, Could Have und Won’t Have this time. Die Buchstaben o sind eingefügt, damit sich das Kürzel aussprechen lässt.
Wie viel Must Have ist gesund?
Das Agile Business Consortium empfiehlt typischerweise nicht mehr als 60 Prozent des Aufwands als Must Have und einen Could-Have-Puffer von rund 20 Prozent.
Kann man MoSCoW mit RICE kombinieren?
Ja. MoSCoW legt fest, was zwingend ist, RICE ordnet anschließend die Kandidaten innerhalb von Should und Could nach Wirkung pro Aufwand.
Passend dazu
Weitere Einträge
Nächster Schritt
Alle Ratgeber lesen